
Mentha piperita
Klarheit, Kühle, Frische, Durchdringung, Grenzziehung zwischen Wärme und Kälte
Mentha piperita L., die Pfefferminze, gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie soll in England spontan aus den Minzen-Arten Mentha spicata und Mentha aquatica entstanden sein und wird 1696 erstmals erwähnt. Heute wird die Art in grossem Massstab auf der ganzen Welt angebaut. Sie ist sommergrün, ihre oberirdischen Teile sterben also im Herbst ab und treiben im Frühjahr wieder aus. Gerne treibt sie unterirdische Ausläufer, was im Anbau zur Verbreitung eingesetzt wird. Wird sie aus Samen verbreitet, gibt es eine Aufspaltung und es werden nur weniger wertvolle Minzen erzeugt. Ihre Stängel sind vierkantig, oft rötlich überlaufen, unter guten Verhältnissen werden sie bis 80 cm hoch. Die Laubblätter, welche länglich-eiförmig bis länglich-lanzettlich sind, stehen kreuzgegenständig an der Pflanze. Bereits mit gutem Auge lassen sich auf der Blattunterseite eine grössere Zahl an Öldrüsen erkennen, welche das ätherische Öl mit seinem frischen, kühlenden und entspannenden Duft speichern. Vom Juli bis in den August hinein blühen die Pflanzen mit kleinen lilafarbenen Blüten, die in Scheinquirlen zu ährenartigen Blütenständen zusammengezogen an den Enden der Triebe stehen.
Klarheit, Kühle, Frische, Durchdringung, Grenzziehung zwischen Wärme und Kälte
Der klärende Atemzug
Die Pfefferminze ist die Pflanze der Klarheit und der Grenzziehung. Ihr Menthol-Prinzip — die paradoxe Gleichzeitigkeit von Kühle und Wärme — entspricht der Fähigkeit, Zustände zu unterscheiden, Grenzen zu ziehen und Ordnung in Unklares zu bringen. Der Pfefferminz-Typ ist fleissig, ideenreich und mental aktiv — neigt aber zur Überhitzung und zum Verkrampfen. Die Pflanze löst Krämpfe, klärt den Kopf, bringt Verdauungsvorgänge in Fluss und vermittelt zwischen Wärme und Kälte. Sie schafft Raum — im Körper wie im Geist.
Pfefferminze, Peppermint
Das Menthol-Paradox ist die Kernsignatur der Pfefferminze: ein Stoff, der gleichzeitig kühl und warm wirkt, betäubt und belebt — ein Bild für die Fähigkeit, Gegensätze zu vermitteln und Grenzen zu ziehen. Die Ausbreitung durch Stolonen — hartnäckig, raumgreifend, kaum aufzuhalten — spricht für Durchsetzungskraft und Beharrlichkeit. Der intensive, sofort durchdringende Duft beim Zerreiben symbolisiert unmittelbare Klarheit und die Kraft der Grenzziehung.
Pfefferminze stammt immer aus Kulturen; sie existiert nicht in Wildform. Hauptanbaugebiete für Drogen sind Deutschland (Thüringen, Bayern), Bulgarien, Ägypten und die USA. In der Schweiz wird sie in Gärten und gelegentlich kommerziell angebaut.
Ceres verwendet frische Pfefferminzblätter aus Demeter-Anbau in der Schweiz. Die Blätter werden kurz vor der Blütezeit, von Hand, geerntet — wenn der Wirkstoffgehalt am höchsten ist.
Die Pfefferminze wird seit langer Zeit als Heil- und Gewürzpflanze geschätzt. Sie wird gerne bei Magen-Darm- Beschwerden, aber auch als beruhigendes Mittel und bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Der Pflanze werden krampflösende, blähungswidrige und galletreibende Wirkungen zugeschrieben. Das scharf-frische und anregende Aroma spielt bei der Pfefferminze eine zentrale Rolle. Wie bei den Bitterstoffen gibt es beim Pfefferminzöl neben den direkten beruhigenden Wirkungen auch die reflektorische Sekretionsförderung. Das aus den frischen blühenden oberirdischen Teilen von Mentha piperita L. gewonnene Pfefferminzöl wird zudem gerne äusserlich auf die Schläfen eingerieben in verdünnter Form zur Behandlung der Migräne und Spannungskopfschmerz angewendet. Des Weiteren ist es in unterschiedlichsten Produkten zur Aromatisierung enthalten. Das im Handel erhältliche Minzöl ist wesentlich kostengünstiger und wird aus der Ackerminze gewonnen.
1. Hänsel, R. & Steinegger, E. Hänsel / Sticher Pharmakognosie Phytopharmazie. (Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft GmbH, Stuttgart, Deutschland, 2015).
2. Madaus, G. MADAUS LEHRBUCH DER BIOLOGISCHEN HEILMITTEL BAND 1-11. (mediamed Verlag, Ravensburg, 1990).
3. Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Mentha x piperita L., aetheroleum. EMA/ HMPC/522410/2013 (2020).
4. Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Mentha x piperita L., folium. EMA/HMPC/572705/2014 (2020).
5. BGA/BfArM (Kommission D). Mentha piperita. Bundesanzeiger 172 a, (1988).
6. Kalbermatten, R. & Kalbermatten, H. Pflanzliche Urtinkturen. (AT Verlag, Aarau, Schweiz, 2018).
Frisch geerntet, von Hand verlesen, bei Raumtemperatur vermörsert und über Jahre gereift. Keine Erhitzung, kein Druck — die volle Lebenskraft der Pflanze, bewahrt.
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