
Crataegus laevigata / monogyna
Impuls durch Stauung und Auflösung
Crataegus monogyna JACQ. und Crataegus laevigata (POIR.) DC, der Eingriffelige und der Zweigriffelige Weissdorn, sind sommergrüne, bis 10 m hoch werdende Sträucher oder kleine Bäume aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie bilden ein sehr festes Holz; das Sprosssystem ist in Lang- und Kurztriebe gegliedert, die häufig in bis 10 mm langen Dornen enden. Diese Dornen stellen umgewandelte, gestaute Sprosse der Pflanze dar. Es entsteht ein nahezu undurchdringliches, bedorntes Astwerk, das unsere Vorfahren früh als schützende Hecke nutzten.
Beide Arten blühen explosionsartig im Mai mit weissen Blüten, die einen unangenehmen Duft entwickeln und vor allem Fliegen und Käfer anlocken. Nach der Bestäubung entwickeln sich rote, eiförmige Früchte. Beim Eingriffeligen Weissdorn haben sie 6–10 mm Durchmesser und einen Steinkern; beim Zweigriffeligen Weissdorn 8–20 mm Durchmesser und zwei bis drei Steinkerne. Diese «Mehlfässchen» wurden in Notzeiten gegessen oder dem Mehl zugesetzt.
Impuls durch Stauung und Auflösung
«Das Wesen des Weissdorns manifestiert sich im Spannungsfeld zwischen gestauter Kraft und impulsiver Entladung. Der Weissdorn zeigt uns, dass viele Entwicklungen im Leben nicht geradlinig verlaufen; sie werden behindert und nehmen einen anderen als den geplanten Weg. Die Verzögerungsmomente, die äusserlichen Stagnationen sind Voraussetzung für das Entstehen neuer Impulse, die unser Leben auf eine höhere Stufe führen. Erst wenn wir den Stillstand nicht durch Willensanstrengung zu durchbrechen versuchen, sondern die Besinnung in der Stille annehmen, entwickeln sich im Herzen Impulse, die uns zu einer höheren seelischen Qualität führen. Bei nachlassender Herzleistung ist Weissdorn ein bewährtes Langzeittherapeutikum.»
Weissdorn
«Der Schlüssel zum Verständnis des Weissdorns liegt in seiner Struktur, die ohne das umhüllende Blattkleid am besten untersucht werden kann. Sie führt einerseits zu Verhärtung und Verdichtung, andererseits zu impulsiven Entladungen — die aussergewöhnliche Härte des Weissdornholzes und die Dichte des Geästs sind sichtbarer Ausdruck.»
«Jede Stauung führt notwendigerweise zu einer impulsiven Entladung. Dornen sind «Antennen» der Pflanzen, über die Lebenskräfte aufgenommen oder abgegeben werden. Ein anderer Ausdruck der Entladung ist das impulsive Aufblühen. Im Frühsommer ist der Weissdorn dicht übersät mit Blüten, die nach aussen gedrängt fast die ganze Baumperipherie weiss umhüllen. Der Blütenduft ist unangenehm, faulig fischartig, durch den hohen Amingehalt bedingt. Stickstoff ist der Hauptbestandteil der Luft und der chemisch-materielle Ausdruck der emotionalen Ebene. Stickstoffhaltige Substanzen, die faulig riechen, weisen auf einen noch nicht zum Abschluss gekommenen Zersetzungsprozess hin. Auf der emotionalen Ebene entspricht dies der impulsiven Entladung von angestauten Gefühlen, die nicht ausgegoren sein können.»
«Die Früchte haben eine blutrote Farbe. Es gibt in der Pflanzenwelt viele rote Früchte, aber die wenigsten haben eine dem Blut so ähnliche Farbe wie die des Weissdorns, was auf einen wesenhaften Bezug zum Blut schliessen lässt. Ausserdem weist die feine, netzartige Verzweigung der Blattnerven auf einen Bezug zum Gefässsystem. Durch seinen Wesenszug der Anstauung von Lebenskräften wird der Weissdorn zum Prototypen einer Herzpflanze. Denn es ist das Wesen des Herzens, Blut anzustauen, um dadurch den rhythmischen Fluss des Blutes zu ermöglichen.»
Weissdorn ist in ganz Europa, Westasien und Nordafrika verbreitet und wächst in Hecken, Gebüschen, an Waldrändern und auf Magerwiesen. Beide Arten (C. laevigata und C. monogyna) kommen in der Schweiz natürlich vor und sind medizinisch gleichwertig.
Ceres verarbeitet die reifen Früchte im Herbst, die in Wildsammlung vorsichtig von Hand geerntet wurden.
Der Weissdorn gehört zu den bekanntesten und meist verwendeten Naturheilmitteln überhaupt. Je nach Zubereitungsart (Tee, Tinktur oder Extrakt) werden in der Homöopathie und Phytotherapie die Blätter, die Blüte oder die Früchte verwendet. In manchen Arzneizubereitungen werden auch Kombinationen der verschiedenen Teile dieser traditionellen Heilpflanze eingesetzt. Einer der Hauptgründe für die Beliebtheit des Weissdorns in der Naturheilkunde ist, dass er gegenüber anderen gängigen Arzneimitteln für das Herz-Kreislaufsystems sehr gut verträglich ist. Die Schwerpunkte der Anwendung liegt auf der unterstützenden und vorbeugenden Behandlung von Herzschwäche (sog. Altersherz), der symptomatischen Behandlung von temporären nervösen Herzbeschwerden, aber auch bei nervös bedingten Schlafstörungen und Störungen des Blutdrucks. Zubereitungen aus Weissdorn sind für die Vorbeugung und insbesondere auch für die Langzeiteinnahme gut geeignet. Zudem ist Weissdorn auch eine beliebte Begleitmedikation für funktionelle Herz-Kreislauferkrankungen und Rhythmusstörungen. Ein positiver Einfluss auf die Koronargefässe des Herzens und auch der peripheren Blutgefässe wird in der Literatur ebenfalls beschrieben.
1. Hänsel, R. & Steinegger, E. Hänsel / Sticher Pharmakognosie Phytopharmazie. (Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft GmbH, Stuttgart, Deutschland, 2015).
2. Madaus, G. MADAUS LEHRBUCH DER BIOLOGISCHEN HEILMITTEL BAND 1-11. (mediamed Verlag, Ravensburg, 1990).
3. BGA/BfArM (Kommission D). Crataegus. Bundesanzeiger 109 a, (1987).
4. Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Crataegus spp . , folium cum flore. EMA/ HMPC/159075/2014 (2016).
5. Kalbermatten, R. & Kalbermatten, H. Pflanzliche Urtinkturen. (AT Verlag, Aarau, Schweiz, 2014).
6. Kalbermatten, R. Wesen und Signatur der Heilpflanzen. (AT Verlag, Aarau, Schweiz, 2016).
Frisch geerntet, von Hand verlesen, bei Raumtemperatur vermörsert und über Jahre gereift. Keine Erhitzung, kein Druck — die volle Lebenskraft der Pflanze, bewahrt.
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