
Nachhaltigkeit ist bei Ceres die Grundlage der Arbeit. Wer Heilpflanzen wesensgerecht verarbeiten will, muss sie zuerst intakt erhalten — in ihrer natürlichen Umgebung, in ihrer biologischen Vielfalt, in ihrer Beziehung zu Boden, Wetter und Jahreszeit. Was gut für die Ökosysteme ist, ist gut für die Qualität der Präparate. Dieser Zusammenhang ist bei Ceres der Ausgangspunkt.
Rund 10 Tonnen Frischpflanzen verarbeitet Ceres jährlich an den beiden Produktionsstandorten Kesswil im Kanton Thurgau und Nax im Kanton Wallis. Zwei Drittel davon stammen aus Bio- oder Demeter-Anbau, ein Drittel aus kontrollierter Wildsammlung.
Die Wildsammelstandorte werden sorgfältig ausgewählt und langfristig begleitet. Raphael Stucki, Leiter Wildsammlung und Qualitätskontrolle bei Ceres sowie ausgebildeter Umweltingenieur, begleitet den Werdegang jeder Wildsammlungspflanze vom natürlichen Standort über die Verarbeitung bis zur Analyse. Wildsammlung bedeutet bei Ceres: selektiv ernten um die Bestände zu schonen und den Standorte zu schützen.
Einige Heilpflanzen eignen sich wegen ihrer spezifischen Standortansprüche nicht für den Anbau — Ginkgo biloba oder Taraxacum officinale zum Beispiel. Für sie ist Wildsammlung nicht nur ökologisch vertretbar, sondern qualitativ überlegen: Wildwachsende Pflanzen entwickeln unter realen ökologischen Bedingungen ein reicheres biochemisches Spektrum, als dieselbe Pflanze in Kultur erreichen könnte.
Was Menschen helfen soll, Harmonie zu finden und Gesundheit zu stärken, benötigt selber einen harmonischen und gesunden Werdegang.
Alle Ceres-Pflanzen werden von Hand geerntet — selektiv, morgens vor der Mittagshitze, zum jeweils optimalen Erntestadium. Drei Überzeugungen stehen dahinter:
Erstens die Qualität: Der Erntezeitpunkt entscheidet über die Pflanzenqualität. Eine maschinelle Ernte in grossen Mengen, kann den optimalen Zeitpunkt nicht für jede Pflanze individuell bestimmen. Durch Handarbeit kann selektiv geerntet werden.
Zweitens der Oxidationsschutz: Maschinelle Ernte und Verarbeitung beschleunigen den Oxidationsprozess, der wertvolle phenolische Verbindungen abbaut — bereits in den ersten Minuten nach der Ernte messbar. Langsame, sorgfältige Handarbeit verlangsamt diesen Prozess und erhält das pflanzliche Spektrum.
Drittens die Selektivität: Geerntet werden nur die Pflanzen, die das optimale Stadium erreicht haben. Der Rest bleibt stehen — im Feld, am Wildstandort, für die Insekten und für das nächste Jahr.
Als Ceres in Kesswil an Kapazitätsgrenzen stiess, entschied das Unternehmen sich gegen eine grossflächige Erweiterung des bestehenden Standorts. Stattdessen wurde 2012 ein zweiter Standort in Nax im Wallis aufgebaut — organisches Wachstum, orientiert an natürlichen Strukturen.
Nax bietet andere klimatische Bedingungen als Kesswil: heisse, trockene Sommer, kalte Winter, eine langjährige Kräuteranbau-Tradition in der Region. Diese Verschiedenheit ist kein Nachteil — sie ist Stärke. Pflanzen die in höheren Lagen besser gedeihen werden in Nax und Umgebung angebaut oder aus Wildsammlung gewonnen. Die Pflanzen gelangen nach der Ernte direkt an den Produktionsstandort zur weiteren Verarbeitung.
Die Herstellungsphilosophie ist nicht auf maximalen Output ausgerichtet, sondern auf maximale Qualität: ein patentiertes Mörserverfahren ohne Erhitzung, mehrjährige Lagerung in temperierten Dunkelräumen, tägliches Rühren von Hand.
Weniger, das richtig gemacht ist, ist mehr. Das gilt für die Qualität — und für den ökologischen Fussabdruck.
Ceres ist Mitglied des Netzwerks PhytoValley Switzerland, das Forschung, Produktion und Wissenstransfer rund um Heilpflanzen in der Schweiz verbindet. Diese Einbindung in ein grösseres ökologisches und wissenschaftliches Netzwerk entspricht dem Ceres-Verständnis von Nachhaltigkeit: nicht als isolierte Unternehmensleistung, sondern als Teil eines lebendigen Systems.
Ceres versteht Nachhaltigkeit nicht als Zertifikat, das man erwirbt, sondern als Haltung, die sich in jeder Entscheidung manifestiert — von der Wahl des Saatguts bis zur Länge der Reifezeit. Die Überzeugung dahinter: Wer die Erde respektiert, auf der die Heilpflanzen wachsen, respektiert auch die Menschen, die sie einnehmen.