
Lavandula angustifolia
Klärung, Reinigung, Transzendenz
Lavandula angustifolia MILL., der Echte Lavendel, gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und stammt aus dem Mediterrangebiet. Heute ist er in weiten Teilen Europas verbreitet. Der aromatisch duftende Halbstrauch wird bis 60 cm hoch und bildet eine tiefgehende Pfahlwurzel von 3 bis 4 Metern. Die aufsteigenden, vierkantigen Stängel verholzen unten, sind stark verästelt und reich beblättert. Die Blätter sind linealisch, ganzrandig und am Rande leicht nach unten umgerollt.
Blatt und Stängel haben nur einen schwachen Geruch — der intensive Lavendelduft entstammt dem Blühhorizont. Im Gegensatz zu anderen Familienmitgliedern stehen die blauvioletten Blüten nicht in Blattachseln, sondern in Scheinähren, die getrennt vom Blattbereich erscheinen. Die Blüten stehen in einzelnen Wirteln, der unterste Wirtel weit abgesetzt. Sie haben einen aromatischen Geruch und bitteren Geschmack. Die Vollblüte dauert nur wenige Tage. Für Bienen ist der Lavendel eine sehr gute Nährpflanze.
Klärung, Reinigung, Transzendenz
Lavendel ist eine grosse »Seelenpflanze«, deren Bedeutung schon seit Jahrhunderten intuitiv verstanden wird. Dies bringt der botanische Name zum Ausdruck, der vom lateinischen lavare, waschen, stammt. Diese Reinigung ist aber nicht nur stofflich, sondern vor allem seelisch zu verstehen.
Lavendel wirkt klärend und beseelend. Er reinigt das Seelengefäss und bereitet Raum für subtilere und höhere Werte. Die Klärung bringt Ruhe und Nervenkraft.
Dies erleichtert einerseits die Bejahung des persönlichen Schicksalswegs und fördert andererseits die Aufnahmebereitschaft für die Anforderungen der nächsten Stufe. Lavendel hat die Kraft, den Menschen aufzurichten und die Seele zu öffnen. Er bringt seelische Klarheit, innere Ruhe und lenkt das Bewusstsein auf Lebensbereiche oder Beziehungen, die zu bereinigen sind, in denen Klarheit geschaffen werden soll. Menschen, die immer wieder seelische Krisen erleben, das heisst, in Kraft, Mut und Lebenswillen vorübergehend geschwächt werden, gibt Lavendel den Anstoss und die Möglichkeit, eine Hülle zu bilden.
Die richtige Einschätzung seiner selbst und von anderen wird möglich. Lavendel hilft in Lebenskrisen und Übergangssituationen, als mütterliches Wesen nimmt er den Menschen liebevoll an die Hand und führt ihn über Hindernisse und durch Schwierigkeiten hindurch. Das Vertrauen in die umsichtige Führung ermöglicht es, in schwierigen Situationen zu bestehen und sich neuen Aufgaben und Herausforderungen zu öffnen.
Lavendel, Echter Lavendel
Der Lavendel, eine mediterrane Bergpflanze, gehört zur Familie der Lippenblütler (Labiatae), aus der auch viele andere Duft- und Gewürzpflanzen stammen. Die weiten, blauvioletten Lavendelfelder in den Berggebieten der Provence besitzen eine magische Anziehungskraft. Hat sich hier ein Stück Himmel mit der Erde verbunden? In einem duftenden Lavendelfeld fühlen wir uns durchstrahlt von einer stillen, reinen Energie.
Der Blütenstand des Lavendels ist ganz aus der Sphäre der Blätter herausgehoben. Dicht aneinander gereiht umfassen die Blüten das Ende der aufrechten Zweige und entziehen – wenn viele Pflanzen zusammenstehen – die schmalen Blätter unserem Blickfeld. Dies führt dazu, dass kurz vor und zum Zeitpunkt der Blüte das Licht der Sonne nur noch abgeschwächt bis zur vegetativen Sphäre der Blätter hindurchdringen kann; die Pflanze ist ganz zur Blüte geworden und gibt sich der Luft des Himmels hin. Wie sind nun die einzelnen Blütenquirle im Blütenstand angeordnet?
Nachdem der Zweig die Blätter schon etwas überragt, beginnt sich der Blütenstand mit einem kleinen, den Stengel umfassenden Blütenquirl anzukündigen. Nach einem Abstand kommt ein zweiter Quirl, und nach einem weiteren, kürzeren Abstand tritt der volle Blütenstand in Erscheinung. Die Blütenwirkung kündigt sich stufenförmig an – in einer Art Blütenleiter mit sich verkürzenden Stufen. Haben Sie schon einmal Lavendelblüten aus der Apotheke genau betrachtet?
Wer über botanische Grundkenntnisse verfügt, erkennt, dass es sich hierbei mehrheitlich um Blütenkelche handelt. Die ovalen Kelche haben die gleiche tiefe Farbe wie die Blüten, darum fällt die «Unstimmigkeit» nicht sofort auf. Es gehört zur Besonderheit des Lavendels, dass er kurz vor oder zu Beginn der Blütezeit geerntet wird und dass somit die Mehrheit der «Lavendelblüten» noch im Knospenstadium sind. Dies hat einen Grund: Entgegen der Regel, dass der Duft- und Wirkstoffgehalt von Blütendrogen zum Zeitpunkt der vollen Blüte am höchsten ist, finden wir bei der Lavendelblüte die grösste Heilkraft zu Beginn der Blüte.
Der ovale Blütenkelch ist wie ein Gefäss. Die fünf Kelchblätter sind vollständig verwachsen, und vier der fünf Kelchblattzähne sind kaum mehr vorhanden. Der fünfte Kelchblattzahn ist jedoch erweitert und bildet eine herzförmige Lippe, die sich über die Öffnung des Kelchgefässes legt (mit Lupe erkennbar). Diese Lippe öffnet sich sofort, wenn die Blütenkrone aus dem Kelch hervordrängt.
Eine wunderschöne Signatur: ein eiförmiger Kelch mit einem kleinen Deckelchen. In der Entwicklung des Lebens folgt auf das Keimen des Sa- mens die Entfaltung und das Wachstum, dann die Blüte und die Fortpflanzung, später das Verblühen, die Fruchtreife und schliesslich das Verwelken und Absterben, um dann einem neuen Kreislauf Raum zu geben. Der Höhepunkt des natürlichen Lebens wird in der vollen Blüte gesehen. Aber erst wenn diese verblüht, kann sich daraus eine Frucht, ein Keim für neues Leben entwickeln.
Der Lavendel hat seinen Höhepunkt nicht wie üblich zur Zeit der vollen Blüte, sondern etwas davor. Es scheint, als wolle der Lavendel noch auf eine andere Entwicklungsmöglichkeit als diejenige des natürlichen, biologischen Kreislaufs hinweisen. Eine seelische Höherentwicklung – soll sie zu echter Weisheit im Alter heranwachsen – muss zu einem Zeitpunkt beginnen, wo der Mensch noch über seine volle Vitalität verfügt. Transzendenz kommt auch in der Blütenfarbe Violett zum Ausdruck.
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist im westlichen Mittelmeerraum heimisch, besonders in den Bergregionen der Provence, der Pyrenäen und des Apennins auf 600–1500 m Höhe. In der Schweiz wird er im Wallis und in wärmeren Regionen kultiviert.
Ceres verwendet Lavendelblüten aus Bio- oder Demeter-Anbau. Die Blüten werden zu Beginn der Blüte, nach sommerlichen Tagen, aufwändig von Hand geerntet – wenn der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist.
Die Lavendelblüten, Lavandulae Flos, wurden schon von Paracelsus als bewährtes nervenstärkendes Mittel genannt. Die Verwendung des reinen ätherischen Öls von Lavandula angustifolia MILL. ist in der Kosmetik und der therapeutischen Praxis gleichermassen weit verbreitet. Wenn wir an die beruhigende Duftwirkung der Lavendelkissen denken, verwundert es nicht, dass Ein- und Durchschlafstörungen zu den wichtigsten Indikationsgebieten gehören. Als mild wirkendes Sedativum helfen arzneiliche Zubereitungen des Lavendels, die Unruhe des Tages zu überwinden. Neben Schlafstörungen sind pflanzenheilkundlich funktionelle Oberbauchbeschwerden als weiteres Anwendungsgebiet bekannt. Insbesondere, wenn es sich um nervös bedingte Störungen handelt, wie zum Beispiel Reizmagen und Reizdarm. In Kombination mit anderen Heilpflanzen ist aufgrund der entblähenden Wirkung von Lavendel auch ein Einsatz bei Meteorismus möglich. Somit ist Lavendel von der Anwendung ähnlich wie die Melisse ein geeignetes Magen- und Nervenmittel.
1. Wichtl M, Czygan F-C, Frohne D, et al. Teedrogen Und Phytopharmaka. 3rd ed. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft GmbH, Stuttgart, Deutschland; 1997.
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5. Kalbermatten R, Kalbermatten H. Pflanzliche Urtinkturen. 9th ed. AT Verlag, Aarau, Schweiz; 2018.
6. Kalbermatten R. Wesen Und Signatur Der Heilpflanzen. 9th ed. AT Verlag, Aarau, Schweiz; 2016.
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